Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) hat moderne und marktorientierte Fortbildungen entwickelt, die Chancen für Beschäftigte und Betriebe eröffnen. Mit seiner Offensive hat er die Modernisierung der Berufsbildung um wichtige Schritte vorangebracht. Das wird sich auch positiv aus die Nachwuchsentwicklung auswirken.
Deutlich weniger Neuverträge Die globale Wucht der Rezession und die wirtschaftliche Talfahrt in Deutschland hat in 2009 viele Unternehmen verunsichert. Vor dem Hintergrund sich ständig verschlechternder Prognosen in den Medien wurde die Personalentwicklung vorsichtiger betrieben. In Folge ist die Zahl der Neuverträge von Auszubildenden zurückgegangen. 2009 haben 15.361 junge Menschen eine Ausbildung im Friseurhandwerk begonnen. Das sind 8,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Neben den Folgen der Wirtschaftskrise ist der demographiebedingte Rückgang der Bewerberzahlen der wichtigste Grund für diese Situation. Der Rückgang der Schulabgängerzahlen, besonders aus Haupt- und Realschule, macht es allen Handwerksbetrieben zunehmend schwieriger passende Bewerber zu finden. Das gilt vor allem für die neuen Bundesländer: Dort hat sich die Zahl der Schulabgänger nach Informationen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) innerhalb von zehn Jahren halbiert.
Grundsätzlich hohes Ausbildungsengagement Die Spuren im Ausbildungsmarkt sind deutlich. Für das Jahr 2009 weist die ZDH-Statistik 38.661 junge Menschen aus, die im Friseurhandwerk eine Ausbildung absolvierten. Ein Rückgang von 4,4 Prozent. Gleichwohl findet dieser Trend auf einem quantitativ hohen Niveau statt. Friseurunternehmen gehören immer noch zu den großen Ausbildern im Handwerk und der Wirtschaft insgesamt. Dieses grundsätzlich hohe Ausbildungsengagement betont, welch große Bedeutung qualifizierte Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg darstellen, und weist daraufhin, dass ungeachtet der Krise viele Betriebe sehr zukunftsorientiert an die Fachkräftesicherung von morgen denken. Das dokumentiert vor allem die überdurchschnittliche Ausbildungsquote im Friseurhandwerk. Die lag in 2009 bei 15 Prozent, im Vergleich zum Handwerk insgesamt (9,7 Prozent) und der Gesamtwirtschaft (3,9 Prozent) ein hoher Wert.
Weiterbildung definiert Traumberuf Friseur Gerade mit Blick auf die Zukunft spielt nicht zuletzt die Weiterbildung eine herausragende Bedeutung. Sicher fällt die Definition, was ein Traumberuf ist, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus. Ein differenziertes und anspruchsvolles Weiterbildungssystem gehört jedoch in jedem Fall dazu. Denn es zeigt die Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen auf, die sich für das Friseurhandwerk interessieren und hier beruflich vorankommen wollen. Ein Vorteil im branchenübergreifenden Wettbewerb um geeigneten Nachwuchs, der sich im Zuge des demographischen Wandels weiter verstärken wird. Wichtig ist dabei, die Fortbildungsebene zwischen Geselle und Meister attraktiv zu gestalten. Diese mittlere Ebene soll je nach Bedarf im Salon auf bestimmte Leitungs- oder Spezialaufgaben vorbereiten. Deshalb hat der Zentralverband - nachdem er im Zuge der Ausbildungsnovelle ein modernes Qualifikationsprofil etabliert hat - kontinuierlich die berufliche Weiterbildung im Friseurhandwerk ausgebaut. In Ergänzung zum Bereich Kosmetik wurden neue staatlich anerkannte Fortbildungen zu den Themen Coloration (2008), Salonservicemanagement (2009), Hair Extensions und Haarprothetik (2010) gemeinsam mit Partnern entwickelt und realisiert. Berücksichtigt wurde dabei, dass die Fortbildungen in einer zuverlässigen Zertifizierung münden. Denn gerade staatlich anerkannte Abschlüsse stehen hoch im Kurs, weil sie Niveau, Qualität und Vergleichbarkeit in der Weiterbildung garantieren. Entstanden ist ein vielfältiges Angebot von sehr praxisnahen Fortbildungen, die friseurhandwerkliche Vertiefungs- und Ergänzungsqualifikationen in Form von fachlichen Kompetenzen, betriebswirtschaftlichen Know how und Spezialwissen zu besonderen Branchensegmenten vermitteln und damit Qualitätsdienstleistungen gewährleisten. Die konsequente Marktorientierung bei der Entwicklung der Fortbildungsangebote stellt sicher, dass diese sowohl am Bedarf der Friseurunternehmen wie auch der Beschäftigten ausgerichtet sind.
Attraktive Fortbildungen fördern Beschäftigte und Betriebe Eine Modebranche wie das Friseurhandwerk ist gekennzeichnet durch ein extrem schnelllebiges Marktgeschehen. Lebenslanges Lernen ist deshalb hier eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Die notwendige Rahmenbedingung dafür ist ein differenziertes System fundierter Aus - und Weiterbildungsmöglichkeiten. Das präsentiert den Beruf in vielen seiner Möglichkeiten und macht ihn deshalb genau für jene besonders attraktiv, die in der Branche gebraucht werden: engagierte und ambitionierte junge Menschen, die als Friseure etwas bewegen wollen. Hinzu kommt, dass es vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbes für Saloninhaber zunehmend wichtiger wird, sich stärker auf die eigentliche Unternehmensführung zu konzentrieren. Zeit dafür bekommen sie, wenn sie verstärkt abgrenzbare Aufgabenbereiche an entsprechend qualifizierte und motivierte Mitarbeiter verantwortlich delegieren und ihren Betrieb damit zugleich in besonderen Geschäftsfeldern hochprofessionell besetzen können.